Warum LaTeX?
- Sie müssen in der nächsten Zeit Referate schreiben?
- Sie müssen eine Projektarbeit abliefern, die einen größeren Seitenumfang hat und über einen längeren Zeitraum erstellt wird?
- Sie müssen mit mehreren Leuten eine gemeinsame Dokumentation zusammenstellen?
- Sie sind mit umfangreichen Dokumenten in Word ziemlich auf die Nase gefallen?
- Sie brauchen nicht unbedingt WYSIWYG?
Dann sind Sie im Textsatzsystem TeX/LaTeX richtig aufgehoben.
Nicht viele Anwendungen können von sich behaupten, seit mehr als einem Vierteljahrhundert zu existieren. Die erste veröffentlichte Version von TeX gab es 1977. Unter der Federführung von Donald Knuth und ausgehend von den Prinzipien des herkömmlichen Drucksatzes entstand ein System für professionellen Textsatz. Knuth nannte es TeX; dieser Name, ursprünglich in griechischen Buchstaben geschrieben, wird mehr oder weniger wie "Tech" ausgesprochen. Im Jahr 1982 folgte die zweite und 1990 schließlich die dritte und letzte Version.
Von Anfang an hatte Knuth den erstellten Quellcode von TeX offen zur Verfügung gestellt, was dazu führte, dass TeX schon sehr früh für jedes System angepasst wurde.
Leslie Lamport entwickelte bereits Anfang 1980 unter dem Namen LaTeX eine Sammlung von Makropaketen, welche die Benutzung von TeX erheblich vereinfachte. LaTeX2e stellt den heute aktuellen Stand dar. Seit einigen Jahren wird unter dem Projektnamen LaTeX3 an einer Fortentwicklung gearbeitet.
Was ist LaTeX?
TeX ist ein sehr leistungsfähiges Textsatzsystem. Grundsätzlich ist TeX nichts anderes als eine textsatzspezifische Programmiersprache, die einen Datenstrom Token für Token abarbeitet. Dabei besteht dieser Datenstrom aus reinem Klartext, der ASCII-Zeichen oder bei Verwendung eines Zusatzpakets auch erweitertes ASCII beziehungsweise Unicode enthält. Dieser wird dann vom TeX-Compiler bearbeitet und als DVI- oder PDF-Datei ausgegeben. Das klingt nicht sonderlich kompliziert, ist aber für viele Anwender gewöhnungsbedürftig, denn "normale" Programmiersprachen folgen etwas anderen Prinzipien.
Seine Benutzerfreundlichkeit verdankt LaTeX vor allem den vielfältigen vordefinierten Dokumentenklassen und den unzähligen Zusatzpaketen.
Das Bild zeigt die prinzipielle Arbeitsweise. Im linken Teil ist der Editor mit dem Rohtext. Durch Knopfdruck wird das fertige PDF gerendert. Um ein umfassendes Buch-Manuskript mit hunderten von Abbildungen, Tabellen, Gleichungen, Fußnoten und Literaturzitaten auf einem normalen PC in höchster Qualität zu setzen, benötigt TeX nur wenige Minuten. Da der gesamte Quelltext keinerlei Zeichen im binären Format enthält, ist die Gefahr, dass das Dokument dabei durch Fehler in der Software oder bei der Bedienung zerstört wird, gleich Null. Die Komplexität des Dokuments ist proportional zur Kompilierzeit - den eigentlichen Satzvorgang beeinflussen weder extrem verschachtelte Formeln noch besonders aufwendige Tabellen sonderlich. Je spezieller die Anforderungen an ein Dokument, desto stärker machen sich also die Vorteile von TeX bemerkbar. Dazu gehören auch automatisch generierte Literaturverzeichnisse, wie sie in der gesamten Spannbreite von technischen bis zu juristischen Fachtexten Pflicht sind.
Der große Vorteil ergibt sich bei der Erstellung. Als Schreiber kann man sich voll auf den Inhalt konzentrieren. Man erstellt eine Ausgangsdatei und übersetzt sie - siehe Bild. LaTeX hat im Vergleich zu Word oder ähnlichen proprietären Systemen einige Vorteile. Diese reichen von der hohen Qualität der Ausgabe über die Verfügbarkeit für nahezu jedes Betriebssystem bis hin zu den Kosten (LaTeX ist kostenlos!!!)